Gedicht von Hans von Bergen-Bach
Die Kuh als Touristikerin

Der Älplerabend ist hier heute,

drum sind ja da so viele Leute.

Ich, als Kuh möchte auch mal schauen,

was da machen diese Männer und Frauen.

Denn was wäre die schöne Landschaft wert,

wenn der Bauer nicht auch die Kuh begehrt.

Ich geb ihm doch Milch und Butter,

dafür sorgt er für mein Futter.

Was wär ein Bergdorf ohne Kuh,

alles vergandete im Nu.

Keine «Börter» würden mehr gemäht,

ich frag mich, mit was sich dann der Mensch ernährt.

Auf den Alpen kein Bimmeln mehr von Glocken,

mir musste doch der Atem stocken.

Kein Rauch mehr in der Feuergrube,

abends kein Lichtlein mehr in der Sennenstube.

So ist es berechtigt doch mein Sein,

auch wenn Milch ich gebe anstelle Wein.

Immer alles soll rentieren,

vergesst nicht, mir auch zu flatieren!

Dann geb ich Milch im Überfluss,

macht Käse und esst ihn mit Genuss.

Wer gesund will sein an seinen Knochen,

der trinke Milch und brauche Butter auch zum Kochen.

Wer mal Ärger hat mit mir,

soll denken: Ich bin ja doch ein Tier.

Doch nur dieser Touristikort gewinnt,

der Mensch und Tier in Einklang bringt.

Touristen kommen auch in Scharen

Mit kurzen und mit langen Haaren.

Alle sind immer freundlich auch zu mir

Wenn ich hier oben bin ja nicht zur Zier.

Wer mal unachtsam in einen Plätter steht

und ihm die gute Laune nicht vergeht,

soll er denken: Ach die dumme Kuh,

nein, das bin nicht ich, das bist ja Du!

Einen schönen Sommer hab ich erlebt,

wie schnell die gute Zeit vergeht.

Drum all ihr lieben Sennenleute

Sag ich im Namen aller Danke heute!

Ich gehe jetzt wieder zu meinen Artgenossen,

ich hoffe, ich habe euch den Abend nicht verdrossen.

Sage jetzt: Auf Wiedersehen,

in der Hoffnung, das Älplerleben bleibt bestehn!

 Kontakt:

Stéphanie & Hans

von Bergen

Blatti 333f

6085 Hasliberg Goldern

033 971 29 34

079 382 33 60

Aktuell